Mittwoch, 8. April 2009

FCR 01 Duisburg vor dem DFB Pokal Halbfinale am 11.04.2009, 12:00 Gespräch mit den Wolfsburger Trainern und mit FCR 01 Trainerin Martina Voss Teil III

Wie bereits angekündigt beschäftigen wir uns heute mit dem Halbfinale im DFB Pokal der Frauen und zwei Gesprächen, die wir dazu geführt haben.

Samstag, 11.04.2009
12:00 Uhr
PCC Stadion Duisburg Homberg
zwischen dem
FCR 01 Duisburg
und dem
VfL Wolfsburg

Am Rande des U20 Länderpokals in der Sportschule Duisburg Wedau trafen wir zunächst den Cheftrainer des VfL Wolfsburg Ralf Kellermann seit 2008 bei den Wölfinnen tätig und seine Co-Trainerin, die ehemalige Fußballnationalspielerin Britta Carlson. Beide hatte die Gelegenheit den UEFA CUP Final Einzug der Duisburgerinnen im PCC Stadion in Homberg zu verfolgen. Der 40-jährige Coach lobte ausdrücklich die hervorragende Leistung der FCR´lerinnen gegen Lyonnais und sieht Duisburg in der klaren Favoritenrolle im Spiel am kommenden Samstag, aber er hält seine Mannschaft keineswegs für chancenlos, verweist auf das 2:2 Unentschieden der Wolfsburgerinnen bei Bayern München, wo durchaus seine Meinung nach auch ein Sieg drin gewesen wäre und glaubt, seine Truppe werde im Halbfinalspiel alles versuchen, um den Einzug in das Finale zu schaffen. Zu verlieren habe seine Mannschaft in Duisburg nichts, könne aber durch eine gute Leistung sehr viel gewinnen. Britta Carlson weist auch auf die Qualitäten hin, die die Wolfsburgerinnen u.a. mit Shelley Thompson im Sturm zu bieten haben. Vier Spielerinnen aus dem Bundesliga Kader des VfL nahmen an dem U20 Länderpokal in Duisburg teil, auf die Frage, ob dies als Vorteil oder Nachteil zu werten sei, zumal Melissa Thiem einige Blessuren am Bein davongetragen habe, antwortete Ralf Kellermann, erstens sei noch genug Zeit bis zum Wochenende, zweitens gehörten die 4 nur zum erweiterten Kader der Mannschaft und drittens nutze Spielpraxis eher, als das sie schade. Wir bedanken uns für diesen Gedankenaustausch mit den beiden sympathischen Trainern, wünschen natürlich viel Glück am Samstag und freuen uns schon auf ein Wiedersehen. Besonders positiv am Rande erwähnt, beide nahmen trotz Hinweis auf die Heuschnupfenzeit noch für einige Fotos die Sonnenbrillen ab (°_~).

Danach bot sich in der Sportschule Wedau am Rande des Spiels Niederrhein gegen Südbaden die Gelegenheit zu einem ausführlichen Gespräch mit der, ja man muss mittlerweile zu Recht sagen: Erfolgstrainerin des FCR 01 Duisburg, Martina Voss. Eigentlich sollten es nur 2-3 Fragen in der Halbzeit des Spiels werden, aber es wurden dann doch einige mehr, denn es ist äußerst faszinierend mit dieser sympathischen Frau über eine Stadionlaufbahn zu schlendern und ihren Ansichten zum Thema Fußball zu lauschen und dabei zu beobachten, wie ihre Augen und ihr Mienenspiel jedes ihrer Worte unterstreichen.
Die erste Frage war im Anschluss an das Gespräch mit den Wolfsburgern nahe liegend: wenn Wolfsburg im DFB Pokal Halbfinale der nicht chancenlose Außenseiter ist, ist der FCR 01 Duisburg dann auf der anderen Seite der absolute Topfavorit? Nein, sagt Martina Voss, sicher sei ihre Mannschaft gerade nach der Leistung gegen die Französinnen der Favorit, aber zu gut habe man noch das 2:2 Unentschieden aus der Bundesliga vom Februar diesen Jahres in Erinnerung und so werde man die Wolfsburgerinnen keinesfalls unterschätzen
Aber wie könne es gelingen nach so einem Spiel wie dem vom vergangenen Sonntag die Mannschaft zu motivieren. Da musste Martina Voss ein wenig schmunzeln und meinte nur, es geht um Berlin, zum letzten mal Berlin zumindest für die kommenden zwei Jahre, da wolle jede ihrer Spielerinnen hin, in diese einmalige Atmosphäre, da bedürfe es nicht viel weiterer Motivation. Das habe ihr auch das Verhalten ihrer Spielerinnen nach dem Spiel am Sonntag gegen Lyonnais gezeigt. Danach haben sich zwar alle riesig gefreut, die eine oder andere habe auch verdientermaßen ein Bierchen getrunken, aber gefeiert wurde da nicht viel, denn die Feier wollten sich alle Spielerinnen –ausnahmslos alle- für den kommenden Samstag nach dem angestrebten Einzug ins DFB Pokal Finale aufheben.
Ob sie nicht eine gewisse Gefahr sehe, wenn man an die Spiele gegen Potsdam und Bayern München zurück denke, denn speziell im Spiel gegen Bayern München haben ja nicht die Bayern gewonnen, sondern vielmehr der FCR 01 mehr oder weniger gegen sich selbst verloren. Das war ja auch Grundlage ihrer Kritik an der Mannschaft nach dem Spiel vom vergangenen Mittwoch. Ja, meinte Martina Voss, einmal das, doch der dort angemahnte Siegeswille werde am Samstag nicht fehlen unter nochmaligem Hinweis auf Berlin und darüber hinaus gebe es noch einen weiteren, viel entscheidenderen Aspekt, der für die Verteidigung ihrer Ansicht nach entscheidende Faktor: Annike Krahn. Sie habe praktisch in beiden Spielen gefehlt, gegen Potsdam durch die Hinausstellung nach nur wenigen Spielminuten und durch die darauf folgende Sperre gegen die Münchenerinnen und mit ihr stand und fiel in beiden angesprochenen Partien die Sicherheit in der Abwehr. Annike Krahn hat gegen Lyonnais den Unterschied gemacht und wird ihn ihrer Meinung nach auch gegen die Wölfinnen machen.
Dann kamen wir auf einen weiteren sehr entscheidenden Aspekt zu sprechen, auf das Comeback der langzeitverletzten Simone Laudehr. Martina Voss bestätigte den Eindruck, den wir von ihrem 22 Minuten Einsatz vom vergangenen Sonntag hatten, Simon (englische Aussprache) wie sie liebevoll genannt wird, kam ins Spiel und spielte so souverän, als wäre sie nie weg gewesen. Da war nichts zu merken von der oft zitierten „fehlenden Spielpraxis“, ganz im Gegenteil. Sie spielte nicht nur auf höchstem Leistungsniveau, sondern avancierte auch in diesen letzten 22 Minuten zu einer der besten Spielerinnen auf dem ganzen Platz. Martina Voss lobte in diesem Zusammenhang besonders diesen immensen Einsatz von Simon während ihrer Rekonvaleszenz, diese vielen Einheiten, diesen unbedingten Willen wieder auf dem Platz zu stehen und für die Mannschaft da zu sein. Was bis zum Sonntag fehlte war nur das ärztliche Okay, alles andere war da, wie Martina Voss erzählte. Simon habe ihr gesagt, sie habe alles gemacht, um die Belastbarkeit der Schulter zu testen, sich auf den Boden geschmissen, sei unzählige Male mit der Schulter gegen den Physio geknallt und war sicher, da sei alles wieder im grünen Bereich. Als dann am Sonntag endlich die ärztliche Zustimmung zum Einsatz folgte, waren alle Happy. Ja und nach dem Spiel wurde diese Freude dann noch ein wenig getoppt, wie Martina Voss bestätigte, denn unser Eindruck hatte nicht getrogen, Bundestrainerin Silvia Neid kam direkt nach dem Spiel gegen die Französinnen zu Simon, um ihr neben dem Glückwunsch zur Leistung die freudige Nachricht zu überbringen, sie sei als Nummer 19 für das Länderspiel der Deutschen Fußball Nationalmannschaft am 22.04.2009 gegen den Olympiasieger Brasilien in Frankfurt im Aufgebot.
Alles optimale Voraussetzungen für ein erfolgreiches Spiel am kommenden Samstag im PCC Stadion.
Wir danken Martina Voss für dieses ausführliche und sehr offene Gespräch und wünschen alles Gute für Samstag und einen erfolgreichen Finaleinzug mit ganz vielen Zuschauern.
[ – wir sprachen auch noch über einige andere Dinge – wie zum Beispiel den Stellenwert des Frauenfußballs in Deutschland, neue und vielleicht auch notwendige Dinge im Marketing, über die Kurzzeitverpflichtung von Kathrin Lehmann für das Halbfinal Hinspiel im UEFA Cup, doch davon vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt mehr, denn schließlich sollten es ja nur 2-3 Fragen an Martina Voss sein (°_~) -]
Wie sehr diese und das ist absolut positiv gemeint „Powerfraumit ganzem Herzen Fußball lebt, war ihr war ihr auch bei der Frage anzumerken, wie sehr ihr Herz noch an der Niederrhein Auswahl hänge, da leuchteten ihre Augen, als sie sagte: sehr, ist doch klar nach 9-jähriger Tätigkeit.
Wenn sie sich einen Titel aussuchen dürfte, würde sie die Deutsche Meisterschaft wählen, denn der Titel beweist die meiste Kontinuität, so sagte Martina Voss
Ein Bilderbogen der Duisburger Erfolgstrainerin Martina Voss vom FCR 01 Duisburg










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